9. Mitgliederversammlung der EEB Oberfranken West mit Neuwahl des Vorstands

Die Mitgliederversammlung blickte auf vier Jahre Zusammenarbeit zurück und wählte den Vorstand für die kommende Amtszeit

Am 25. November 2025 fand im Evangelischen Gemeindehaus Bad Staffelstein die 9. Mitgliederversammlung der Evangelischen Erwachsenenbildung Oberfranken West (EEB) statt. Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsgemeinden, persönliche Mitglieder, der Vorstand sowie der Programmbeirat nahmen an der Versammlung teil. Geleitet wurde sie vom 1. Vorsitzenden, Dekan Andreas Kleefeld.

Andacht und einleitende Worte

Dekan Kleefeld eröffnete die Versammlung mit einer Andacht zum Wochenspruch „Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen“ (Lk 12,35). Er wies auf die zunehmende Entfremdung vieler Menschen von Glaube und Kirche hin und betonte die wachsende Bedeutung evangelischer Erwachsenenbildung. Diese habe die Aufgabe, „in die Gesellschaft hineinzustrahlen“, zu Dialog einzuladen und Menschen zu ermutigen, ihren Glauben sichtbar zu leben.

Ausführlich ging er auf die Frage ein, wie mit Veränderungen umzugehen sei. Man dürfe sich nicht zu sehr im Gewohnten einrichten, sagte Kleefeld, sondern müsse bereit sein, neue Wege zu gehen und Herausforderungen anzunehmen – auch dann, wenn Veränderungen zunächst verunsichern oder Kraft kosten. Bewegung sei ein Grundmotiv des Evangeliums: Jesus selbst sei als Wanderprediger unterwegs gewesen, habe immer wieder neue Menschen getroffen, sich mit unterschiedlichen Fragen auseinandergesetzt und darauf Antworten gefunden. Dieser Haltung der Offenheit und Beweglichkeit, so Kleefeld, brauche es auch heute in Kirche und Gesellschaft. Er äußerte die Hoffnung, dass Wandel nicht nur Belastung bedeute, sondern neue Energie freisetzen könne – auch für die EEB, die sich seit ihrem Zusammenschluss vor vier Jahren kontinuierlich weiterentwickelt habe.

Begrüßung der Mitarbeitenden und Rückblick

Im Anschluss wurde Verwaltungsmitarbeiterin Pia Horn, seit Februar im Team, in ihr Amt eingeführt und gesegnet. Zudem begrüßte Kleefeld alle Mitarbeitenden der EEB – darunter Bildungsreferent Dieter Stößlein, der zum 1. Februar 2026 in den Ruhestand geht und zum letzten Mal in dieser Funktion an der Versammlung teilnahm.

Mit Blick auf die vergangenen vier Jahre würdigte der Vorsitzende die Aufbauarbeit seit der Gründung während der Corona-Pandemie. Damals mussten Strukturen, Aufgaben und gemeinsame Arbeitsweisen erst entwickelt werden. Neue Angebote wie die Ausbildung zum Kulturdolmetscher wurden etabliert, ein Referentenverzeichnis erstellt und die Geschäftsstelle aufgebaut. Vieles sei noch im Werden, aber: „Wir reden heute in Vorstandssitzungen deutlich mehr über Inhalte als über Organisation.“ Besonderer Dank galt dem stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Martin Messingschlager, der sich seit Gründung intensiv und konstruktiv eingebrachte habe, außerdem dem gesamten Vorstand, dem Programmbeirat sowie weiteren Mitarbeitenden, die die Entwicklung der EEB geprägt haben.

Pfarrerin Anette Simojoki, selbst Mitglied des Vorstands, ergänzte die Danksagung um einen Dank an Dekan Kleefeld. Er habe in den vergangenen Jahren als „Fels in der Brandung“ für Kontinuität gesorgt und viel Zeit in den Aufbau der EEB investiert.

Bericht der Geschäftsführung

Geschäftsführende Bildungsreferentin Antje Behr stellte die positive Entwicklung der Veranstaltungs- und Teilnehmendenzahlen vor. Gründe dafür seien das inzwischen vollständige Team von vier Bildungsreferent*innen sowie zahlreiche gut besuchte Veranstaltungen im vergangenen halben Jahr. Dazu gehörten u. a. der Vortrag „Der Tod gehört zum Leben“ sowie die Ausstellung „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ in Bamberg und Kronach. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass nicht alle Angebote auf Resonanz stießen, und formulierte die Konsequenz: „Weniger ist mehr – wir konzentrieren uns auf die nachgefragten Themen.“

Ein zentrales Thema des Jahres war die Rezertifizierung als Bildungseinrichtung. Viele Prozesse wurden überprüft und neu strukturiert, was sowohl intern Orientierung stiftete als auch nach außen Qualitätsstandards sichtbar macht. Antje Behr gab zudem einen Ausblick auf 2026:

  • Fertigstellung des Präventionsschutzkonzepts zur Prävention sexualisierter Gewalt;
  • Aufbau eigener Schulungsangebote durch die Ausbildung von Bildungsreferentin Doreen Hopf-Traut zur Multiplikatorin;
  • Ausbau von thematischen Angeboten für Gruppen und Kreise in Kirchengemeinden;
  • Erstellung eines Kirchenführers mit allen Kirchen der drei Dekanate und verfügbaren Kirchenführungen.

Arbeit des Programmbeirats

Den Bericht des Programmbeirats übernahm Gabriele Lehrke-Neidhardt. Der Beirat traf sich dreimal im Jahr und beschäftigte sich mit der Entwicklung einzelner Angebote. Sie hob hervor, dass viele Formate eine gewisse Zeit benötigen, um Vertrauen aufzubauen. Als Beispiel nannte sie das Pilgern, das inzwischen stark nachgefragt sei, aber eine Anlaufphase gebraucht habe. Für das kommende Jahr wurde u. a. die Zusammenarbeit mit politischen Akteuren, die Fortführung der Bereiche Erinnerungskultur, interreligiöser Dialog und der Studienreisen thematisiert.

Verabschiedung des Haushalts und Vorstandswahlen

Die Versammlung verabschiedete den Stellen- und Haushaltsplan einstimmig. Anschließend fanden die turnusmäßigen Vorstandswahlen statt.

  • 1. Vorsitzender:
    Dekan Andreas Kleefeld wurde mit nur einer Enthaltung erneut gewählt. Er kündigte jedoch an, im Frühjahr zurücktreten zu wollen. Seine designierte Nachfolgerin Andrea Hofmann möchte sich zunächst einarbeiten und bis zur nächsten Mitgliederversammlung als stellvertretende Vorsitzende wirken.
  • Stellvertretende Vorsitzende:
    Sebastian Stamm (Dekanat Coburg),
    Andrea Hofmann (Dekanat Bamberg),
    Vera Schüler-Reiß (Dekanat Kronach-Ludwigsstadt/Michelau).
  • Beisitzende:
    Prof. Dr. Mirko Kraft (Coburg),
    Dr. Martin Messingschlager (Bamberg),
    Angelika Rosenbauer-Chukwu (Kronach-Ludwigsstadt).
    Die Position für Michelau blieb unbesetzt und soll zeitnah nachbesetzt werden.
  • Vertreterin der Dekane:
    Dekanin Sabine Hirschmann (Bamberg)
  • Rechnungsprüfer:
    Stefan Hinterleitner und Sylvia Richter
  • Programmbeirat:
    Gabriele Lehrke-Neidhardt, Anette Simojoki, Anja Bautz, Dekanin Dr. Ulrike Schorn sowie die vier Bildungsreferent*innen.

Abschließende Worte und Ausblick

Zum Schluss blickte Bildungsreferent Dieter Stößlein auf die Entwicklung der evangelischen Erwachsenenbildung in der Region zurück. Die Themen „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ seien für ihn über die Jahre hinweg „die DNA der Evangelischen Erwachsenenbildung“ geblieben. Er erinnerte daran, dass es bereits vor dem Zusammenschluss der Bildungswerke enge Kooperationen gab und dass er selbst wesentlich an dem Prozess der Verschmelzung beteiligt war. „Wichtig ist, dass wir wissen, woher wir kommen – und wie wir die Zukunft gestalten wollen“, so Stößlein. Aufgabe der EEB bleibe es, Menschen eine spirituelle Heimat zu bieten und sie in ihrem Glauben und Denken zu begleiten.