Gebet der Religionen für den Frieden
Buddhisten, Christen, Juden und Muslime beteten gemeinsam in der Heiligkreuzkirche Coburg
Am Sonntag, 2. November, fand in der Heiligkreuzkirche Coburg ein besonderes Zeichen des Miteinanders statt: Buddhisten, Christen, Juden und Muslime kamen zu einem multireligiösen Gebet für den Frieden zusammen. Die Veranstaltung war Teil der Ökumenischen Friedensdekade, die 2025 unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ steht.
Kraftquellen des Friedens
Seit 45 Jahren bringt die Friedensdekade Menschen zusammen, die sich für Gewaltfreiheit, Gerechtigkeit und Versöhnung einsetzen. Angesichts der weltweiten Spannungen, der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, des Bürgerkriegs im Sudan sowie der Ausgrenzungstendenzen des erstarkenden Rechtsextremismus und der zunehmenden Polarisierung in unserer Gesellschaft hat das Thema Frieden neue Dringlichkeit. So war es den Religionen in Coburg ein Anliegen, zum Friedensgebet einzuladen. Das gemeinsame Gebet machte deutlich, dass Religionen in ihrer Sehnsucht nach Frieden verbunden sind – und dass jede Tradition eigene Kraftquellen hat, Ungerechtigkeit und Gewalt zu überwinden.
Ein gemeinsames Zeichen
Vertreterinnen und Vertreter der altkatholischen, buddhistischen, evangelischen, jüdischen, katholischen und muslimischen Gemeinden gestalteten das Gebet jeweils in ihren eigenen religiösen Ausdrucksformen. Sie ließen die Anwesenden an ihren heiligen Texten und Gedanken teilhaben – im Bewusstsein, dass Frieden immer einen Willen und einen Weg braucht, aufeinander zuzugehen. „Vor einem tragfähigen Frieden steht der innere Entschluss, dem Anderen begegnen zu wollen“, hieß es sinngemäß in einer der Lesungen.
Ein Vers aus dem Koran fasste diese Haltung eindrucksvoll zusammen:
„Wer ein menschliches Wesen tötet, ist so, als ob er alle Menschen getötet hätte.
Und wer einem Menschen das Leben rettet, ist so, als ob er alle Menschen gerettet hätte.“
Begegnung und Gespräch
Im Anschluss kamen die Teilnehmenden bei Tee und Kaffee miteinander ins Gespräch. Viele betonten, wie wichtig dieses gemeinsame Friedensgebet in einer Zeit wachsender Spannungen sei. Die Atmosphäre war geprägt von Wertschätzung, Offenheit und dem Wunsch, im Gespräch zu bleiben – über religiöse Grenzen hinweg.
Auf dem Foto von links: Dekan Andreas Kleefeld, Rabbinerin Dr. Antje Yael Deusel, Dr. Annette Hügel, Pfarrer Dieter Stößlein, Pastoralreferent Ralph Walta, Ilhan Birinci, Imam Bilal Pekel
©Foto: Reza Azizi



